Kundgebung: Tag gegen Gewalt an Frauen*

25.November 18:00 Uhr Luisenplatz

Kundgebung anlässlich des Internationalen Tags zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen*, auch „Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen*“ (International Day for the Elimination of Violence against Women*) – Gerechtigkeit für Rita

Kommt zur Kundgebung und zeigt euch solidarisch ab 18 Uhr in der Potsdamer Innenstadt, Schopenhauerstrasse zwischen Brandenburger Tor und Charlottenstrasse. Lasst uns kämpferisch die Stimmen erheben, laut auf gesellschaftliche Missstände aufmerksam machen und an den Tod von Rita Awour Ojunge, die im Lager für Geflüchtete in Hohenleipisch lebte, erinnern.
Zum Aufwärmen gibt es Suppe und Tee.

Seit 1981 ist der 25. November ein Gedenk- und Aktionstag zur Bekämpfung von Diskriminierung und Gewalt jeder Form gegenüber Frauen* und Mädchen*. Formen dieser Gewalt fangen schon an bei zwanghaften Rollen- und Körperbildern (Heteronormativität, Homo- und Transphobie), verbalen Belästigungen und schließt alle Formen psychischer, physischer und sexualisierter Gewalt mit ein, sei es im öffentlichen oder häuslichen Raum. Das wird besonders deutlich an der 2016 veröffentlichten Zahl, dass statistisch gesehen in Deutschland jeden dritten Tag eine Frau* von ihrem derzeitigen oder ehemaligen Partner getötet wird. Weiterhin geht es darum Themen wie sexuellen Missbrauch, Vergewaltigung, Genitalverstümmelung von Vulven, vorgeburtliche Geschlechtsselektion, Zwangsheirat, Zwangsprostitution, Sextourismus, häusliche Gewalt, weibliche Armut, Femizid, Misogynie etc. zur Sprache zu bringen und das Schweigen oder Ignorieren darüber zu brechen. Denn davon betroffen sind weltweit jeden Tag Frauen* und Mädchen*. Und es geht auch darum die Verquickung von Sexismus und Rassismus deutlich zu machen.

Die Gruppe Women in Exile organisiert für den 25. November die Bustour „Gerechtigkeit für Rita“. 10 Uhr vom Oranienplatz in Berlin nach Herzberg (Kreisverwaltung) und Hohenleipisch (Lager) und 18 Uhr zur Kundgebung in Potsdam:
„Wir werden gemeinsam vom Berliner Oranienplatz nach Herzberg Elbe-Elster fahren und die Stadtverwaltung daran erinnern, dass die Schließung des Hohenleipisch-Lagers längst überfällig ist. Anschließend werden wir ins Hohenleipisch-Lager fahren, um Solidarität mit den Flüchtlingen zu zeigen, die in diesem isolierten Lager leben.
Am 7. April 2019 verschwand unsere Schwester Rita Awour Ojunge. Sie lässt zwei kleine Kinder zurück. Sie war 32 Jahre alt, kam aus Kenia und lebte über 7 Jahre im Lager von Hohenleipisch. Es brauchte drei Monate nach ihrem Verschwinden bis die Brandenburger Polizei ihre Überreste in der Nähe des Lagers im Wald fand. Es brauchte Druck von verschiedenen Seiten bis sie überhaupt ernsthaft nach ihr zu suchen anfingen, obwohl ihre Freund*innen und Nachbar*innen aus dem Lager mehrfach auf ihr Verschwinden hingewiesen hatten. Bis heute wurden von offizieller Seite keine Details über ihre Todesumstände veröffentlicht. Aber stellt euch einmal vor, Rita wäre eine weiße Frau mit deutschem Pass gewesen.
Als geflüchtete Frauen* sind wir verschiedenen Formen der Gewalt ausgesetzt und zwar von Männern innerhalb und außerhalb der Lager, von anderen Geflüchteten, von Security-Mitarbeiter*innen und Deutschen aus der Umgebung.
Unsere Kampagne Keine Lager für Frauen und Kinder, alle Lager abschaffen! ist aktuell wie nie. Einer der Hauptgründe für diese Kampagne war und ist die physische, sexuelle und sexualisierte Gewalt gegen die Frauen*, die in ihnen leben müssen. Die Frauen* beschweren sich und erstatteten in manchen Fällen auch Anzeige. Es ist also keine Überraschung, dass wir nun von einem Mord reden müssen, der wahrscheinlich in einem Lager passierte.“
https://www.women-in-exile.net/25-11-gerechtigkeit-fuer-rita-am-internationalen-tag-fuer-die-beseitigung-von-gewalt-gegen-frauen/#more-5760