Gedenkveranstaltung

9.November 11:00 Uhr

Die Gedenkveranstaltung an die Reichspogromnacht soll in diesem Jahr auch in Babelsberg im öffentlichen Raum stattfinden. Bisher ist dieser Stadtteil in der antifaschistischen Gedenk- und Erinnerungspolitik unterrepräsentiert. Das Bündnis kooperiert hier mit der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes und dem Fußballverein SV Babelsberg 03. Thematische Redebeiträge sollen auf die Geschichte der Gedenkorte und allgemein auf die Umbrüche gerade im Nationalsozialismus in Nowawes/Babelsberg hinweisen. Die Gedenkveranstaltung ist für alle interessierten Personen offen.

Als erster Ort wird das ehemalige Jüdische Altenheim und sogenannte „Siechenheim“ in der Spitzweggasse 2a ausgewählt. Auch wenn die Villa in den 1970er Jahren abgerissen wurde, so handelt es sich bei dem Ort mit der Gedenktafel um einen authentischen Ort der Shoa. Die Villa im
jüdischen Besitz, wurde ab 1940 durch die Zwangsorganisation
Reichsvereinigung der Juden verwaltet und schließlich eine Sammelstelle der Potsdamer Juden zur Deportation in die Vernichtungslager eingerichtet. Am 16. Januar 1943 räumte die Gestapo das Gelände und die letzten Potsdamer Juden wurden in ein Vernichtungslager transportiert.

Zweiter Ort des Gedenkens wird die Villa Tauber in der
Rosa-Luxemburg-Straße 24 sein. Diese steht exemplarisch für die vielseitige Geschichte und das ehemalige jüdische Leben in der Villenkolonie Neubabelsberg. Die Villa gehörte Richard Tauber, der wegen seiner jüdischen Herkunft im Jahr 1933 Deutschland verlassen musste. Zur Zeit des Nationalsozialismus befand sich hier die Kreisverwaltung der NSDAP. Die Villa befindet sich in unmittelbarer Umgebung zum ersten Gedenkort.

Mit Unterstützung der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes