Solidarität mit Kurdistan!

10.Oktober 18:00 Uhr Luisenplatz

Es ist soweit: Am 9. Oktober haben türkische Truppen den seit langem vorbereiteten und angekündigten Angriff auf die Demokratische Konföderation Nord-Ost-Syrien, auch als Rojava bekannt, begonnen. Ermutigt ist Erdogan bei seiner militärische Entscheidung durch Trumps plötzlichen Befehl, die dort stationierten US-Truppen abzuziehen – damit verrät Trump die einstigen Verbündeten gegen den sogenannten Islamischen Staat.
Nun will Erdogan seine vermeintliche Sicherheitszone militärisch durchsetzen. Zerstörung, Mord, Vergewaltigung, Vertreibung, ethnische Säuberungen, Unterstützung und Zusammenarbeit mit IS-nahen Milizen, völkerrechtswidrige Annektierung: mit dem Überfall auf Afrin im Januar 2018 hat Erdogan und sein national-faschistisches AKP-Regime gezeigt wie so eine ‚Sicherheitszone‘ zu Syrien aussehen wird. Wie auch innerhalb der Türkei sind das eigentliche Ziel und Feindbild klar: die Zerstörung der kurdischen Bewegung, die es in Nordsyrien geschafft hat, gemeinsam mit etlichen anderen kulturell heterogenen Gruppen eine inklusive, selbstverwaltete Gesellschaft aufzubauen und zu verteidigen. Basisdemokratisch, ökologisch und feministisch geprägt bietet der hier umgesetzte demokratische Konföderalismus allen die Möglichkeit zur gleichberechtigten Teilhabe – und das in einer Region die geprägt ist von Bürgerkrieg und islamistischen Terror. Die Demokratischen Streitkräfte, angeführt durch die kurdischen Volks- und Frauenverteidigungseinheiten YPG & YPJ, waren es, die unter hohen Verlusten den eigentlichen Kampf gegen IS bis zu seiner militärischen Zerschlagung geführt haben. Tausende gefasste Dschihadisten befinden sich unter der Aufsicht der Demokratischen Streitkräfte. Nicht zuletzt durch eine bevorstehende Befreiung und Mobilisierung der Dschihadisten im Zuge der türkischen Invasion ist ein Wiederaufleben des IS und eine erneute Destabilisierung der ganzen Region und der Nachbarstaaten zu befürchten und wahrscheinlich.

Trotz Alledem wird die kurdische Freiheitsbewegung, Erdogans Wahnvorstellungen folgend, besonders in Deutschland vehement bekämpft. Einerseits durch drastische Kriminalisierung kurdischer Vereine und derer, die sich mit dem kurdischen Widerstand solidarisieren, andererseits, indem das AKP-Regime politisch und vor allem militärisch konsequent von der Bundesregierung gestützt und unterstützt wird. Wie schon 2018 in Afrin werden auch jetzt wieder deutsche Panzer, Granaten, Gewehre und Patronen in den Händen des türkischen Militärs und den mit ihm verbündeten islamistischen Milizen für eine humanitäre Katastrophe sorgen.

Auch in Potsdam werden wir uns heute am Tag X+1 mit Rojava solidarisieren und gehen gegen die faschistische Invasion auf die Straße. Kommt 18.00 Uhr zum Luisenplatz und protestiert mit uns gegen den türkischen Angriff und das verantwortungslos-ignorante Handeln der deutschen Regierung! Es lebe die Demokratische Konföderation! Es lebe der kurdische Widerstand!