Schöner Wohnen - Besser Enteignen

13.August 19:00 Uhr Kulturhaus Babelsberg

Die unter dem Schlagwort Gentrifizierung zusammengefassten Phänomene prägen auch in Potsdam die stadtpolitischen Entwicklungen: bezahlbarer Wohnraum wird knapp, Bewohner_innen werden aus ihren Kiezen verdrängt, bestehende Nachbarschaftsstrukturen aufgelöst und Segregationstendenzen verstärkt. Der Wohnungsmarkt ist dominiert von den Interessen privater Unternehmen - ob Deutsche Wohnen und Vonovia in Berlin oder Semmelhaack und Kirsch in Potsdam - die Folgen sind ähnliche.
Trotz Versprechen war diese Marktlage politisch bisher nicht in den Griff zu kriegen. Der seit knapp drei Jahren regierende rot-rot-grüne Berliner Senat hat nun mit dem Mietendeckel ein Instrument ergriffen, das den Mietsteigerungen entgegen wirken soll. Getrieben wird die Berliner Politik dabei vom Bündnis „Deutsche Wohnen & Co enteignen“, welches kürzlich
die erste Hürde zu einem Volksentscheid über die Enteignung von Marktgiganten genommen hat. Nicht zuletzt durch diese Initiative hat Enteignung bzw. Vergesellschaftung als politische Forderung wieder Einzug in den Diskurs gefunden.
Auch in Potsdam gibt es seit Jahren eine aktive Stadtbevölkerung um das Netzwerk Stadt für alle, die sich gegen voranschreitende Gentrifizierungsprozesse organisiert.
Was können Brandenburg und Potsdam aus den Berliner Erfahrungen lernen? Wäre Enteignung auch in Potsdam ein Weg, um den Entwicklungen wirksam Einhalt zu gebieten? Wie verhindern wir, dass Wohnungsbauunternehmen zu Marktgiganten werden?

Diese Fragen diskutieren auf Einladung von Isabelle Vandre (LINKE Direktkandidatin in Potsdam zur Landtagswahl), Dr. Andrej Holm (ehem. Staatsskretär für Stadtentwicklung und Wegbereiter der Gentrifizierungskritik), Holger Zschoge (Netzwerk Stadt für alle) und Oliver E. Münchhoff (Bündnis Deutsche Wohnen & Co enteignen)