Grundlagen zum Verständnis der ökologischen Krise2

7.September 11:00 Uhr Hermann-Elfleinstraße 32

Der Krisenlesekreis Potsdam in Kooperation mit der Rosa Luxemburg Stiftung Brandenburg präsentiert:

Grundlagen zum Verständnis der ökologischen Krise
Das Verhältnis von Mensch und Natur – Besonderheiten, Gemeinsamkeiten und Unterschiede der historischen Epochen

Referent:
Dieter Wolf
Ort/Zeit:
- Vortrag mit anschließender Diskussion am 06.09.2019, 19.00 Uhr Buchladen Sputnik, Charlottenstraße 28, 14467 Potsdam
- Seminar am 07.09.2019, 11.00 Uhr im Kontext, Hermann-Elflein-Straße 32, 14467 Potsdam

Seit einem Jahr gibt es in allen größeren Industrienationen Demonstrationen gegen eine Veränderung des Weltklimas, eine zunehmende Zerstörung der Natur und damit der Lebensbedingungen aller Menschen. Die Forderungen der Protestierenden gehen dabei weit auseinander, von einer Beseitigung umweltschädlicher Industrien, der Einschränkung bestimmter Konsumbedürfnisse usf.
Das Verständnis der ökologischen Krise hängt wesentlich vom Verständnis des Vermittlungszusammenhangs zwischen Natur- und Menschengeschichte bzw. vom Vermittlungszusammenhang von Natur-Gesellschafts- und Denkformen ab, der grundlegend aus der gesellschaftlichen Arbeit besteht, in der sich die Menschen praktisch zueinander und zur Natur verhalten.
Was ist grundsätzlich in der "Kritik der politischen Ökonomie" von Bedeutung, dass zu dem Verständnis der die Ökologie-Bewegung beherrschenden ökologischen Probleme beiträgt?
Der einen Teil der gesellschaftlichen Arbeit bildende Arbeitsprozess ist das praktische Verhalten der Menschen zur Natur, worin diese auf vielfache Weise umgeformt bzw. umgestaltet wird. Folglich wird mit der die Produktivkraft steigernden technologisch gesellschaftlichen Organisation des Arbeitsprozesses auch die Natur auf eine sie beeinträchtigende und zerstörende Weise als Mittel zum Zweck für die Verwertung des Werts herabgesetzt.
Das Ökologie-Problem ist tiefer in der kapitalistischen Produktionsweise verankert, als es in den vorherrschenden Auffassungen der Ökologiebewegungen zugestanden wird. Für eine Lösung des Ökologie-Problems sollte daher auch über die Möglichkeiten einer tiefgreifenden Veränderung des Kapitalismus diskutiert werden, die seine Auflösung nicht ausschließt.