Der Fall Oury Jalloh - Rassismus im Justizsystem

10.April 19:00 Uhr La Leander

Oury Jalloh war ein Asylsuchender, der aus dem Bürgerkrieg in Sierra Leone nach Deutschland geflüchtet war. Er wurde am 7. Januar 2005 nach gerichtsfest rechtswidriger Festnahme durch Polizeibeamte in Dessau (Sachsen-Anhalt) in einer gefliesten Gewahrsamszelle auf eine feuerfeste Matratze 4-Punkt-fixiert und dort bis zur Unkenntlichkeit verbrannt.

Seit 2005 kämpft die Initiative in Gedenken an Oury Jalloh für die Aufklärung der Brand- und Todesursache von Oury Jalloh. Da Polizei, Justiz und Politik die Aufklärungsarbeit boykottieren bzw. durch massive Repression gegen die Aktivist*innen und gezielte Manipulation der Öffentlichkeit die Wahrheit weiter vertuschen wollen, setzt die Initiative in Gedenken an Oury Jalloh auf Selbstorganisation. Bereits in den Jahren 2013 und 2015 hat sie der Öffentlichkeit die Gutachten internationaler Experten vorgestellt und konnte anhand von wissenschaftlichen Fakten beweisen, dass Oury Jalloh von Polizisten im Polizeirevier Dessau angezündet wurde. Im Januar 2018 hat sie nun eine Internationale Unabhängige Kommission gegründet, mit welcher die umfangreiche Aufklärungsarbeit weiter fortgesetzt wird.

Aktivist*innen der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh sprechen bei der Veranstaltung über ihre Erfahrungen und die Notwendigkeit von Selbstorganisation, über den aktuellen Stand der staatlich unabhängigen Ermittlungen und über das aktuelle Repressionsverfahren gegen einen Aktivisten der Initiative vor dem Amtsgericht Dessau. Nachdem dieser symbolisch mehrere Feuerzeuge vor die Staatsanwaltschaft Dessau geworfen hatte, werfen ihm sechs Polizisten versuchte gefährliche Körperverletzung vor.