18. März | 15:00 Uhr | Nauener Tor

Recht auf Bleiben Demo

Asylrecht und Flüchtlingsschutz jetzt und hier!

Für das Recht zu kommen, zu gehen und zu bleiben.

Bundes- und europaweiter Aktionstag gegen Rassismus, Faschismus und Austerität

Bund, Länder und Kommunen haben eine neue Gangart eingelegt: Sinkende Anerkennungs- und steigende Abschiebezahlen bestimmen die aktuelle Politik. Auch Brandenburgs Landeshauptstadt Potsdam kurbelt die Abschiebemaschinerie an und setzt auf die Entsolidarisierung der Gesellschaft. Dagegen rufen wir zu Protest und Widerstand auf: Asylrecht und Flüchtlingsschutz jetzt und hier!

Demo: 15 Uhr ab Nauener Tor

Kundgebung: 16 Uhr Landtag/Steubenplatz

Das Asylrecht ist ein Individualrecht und darf nicht durch pauschale Bewertungen von Herkunftsländern ausgehebelt werden. Wir verlangen von Brandenburg, sich nicht zum verlängerten Arm einer verfehlten bundesweiten Asylpolitik zu machen. Wir fordern, dass die Landesregierung klar und öffentlich Stellung gegen Abschiebungen in das Kriegsgebiet Afghanistan bezieht! Afghanistan ist kein sicheres Land!

Wir fordern den Zugang zu einem fairen und individuellen Asylverfahren statt

nächtliche und unangekündigte Abschiebungen nach dem Dublin-Abkommen! Potsdam muss Farbe bekennen und Verantwortung für hier lebende Geflüchtete übernehmen.

Die Unterbringung von Asylsuchenden darf nicht dubiosen Sicherheitsunternehmen obliegen. Für eine menschenwürdige Unterbringung von Schutzsuchenden inmitten der Potsdamer und Brandenburger Gesellschaft! Für eine Unterbringung in Wohnungen!

Aufruf der U-24:
Potsdam, Stadt der Toleranz, der Millionäre und Mäzene, wo jeder nach seiner Façon selig werden solle – das ist das Bild, das Politik und Medien gerne von dieser Stadt zeichnen. Die Grenzen dieses idyllischen Bildes werden bei Bedarf aber schnell mal klargemacht. Und nun ist es mal wieder soweit. Ja, wir haben Flüchtlinge aufgenommen; ja, wir haben ihnen unsere alten Klamotten geschenkt und ja, wir haben uns gut gefühlt – nun aber reicht es. Weg sollen sie, die Menschen aus den „sicheren Drittstaaten“, die „Wirtschaftsflüchtlinge“, die „Dublinfälle“. Und das möglichst schnell. Gerade wird auch in Potsdam die Infrastruktur geschaffen, um die anstehenden Massenabschiebungen zu organisieren und die Abschottung der Festung Europa noch ein wenig effizienter zu machen.

Legitimiert wird das von toleranten und friedlichen Demokrat*innen, – die auch gegen NPD und AfD sind – gerne mit der Begründung, dass man Platz schaffen müsse, für jene, die wirklich verfolgt werden. Und es wird geglaubt, dass man mit Ausreiseprämien und Abschiebungen, höheren Zäunen, Flüchtlingsabkommen und ein bisschen Entwicklungshilfe die Lage wieder beruhigen könne, ohne sich die Hände allzu schmutzig zu machen.

Doch dem ist nicht so. Das Wüten der kapitalistischen Ökonomie hat uns einen gründlich verwüsteten Planeten hinterlassen, das Glücksversprechen der bürgerlichen Gesellschaft ist spätestens seit 1990 kassiert. Die von den kapitalistischen Großmächten – Deutschland seit knapp drei Jahrzehnten ganz vorn mit dabei – niederkonkurrierten Nationalökonomien brechen zusammen und mit ihnen ihre staatlichen Hüllen. Die Zukunftsaussichten für immer größere Teile der Weltbevölkerung sind irgendwo zwischen Subsistenzlandwirtschaft und Bürgerkrieg angesiedelt. Die Flucht davor kann nur ein Ziel kennen: in die Zentren der kapitalistischen Wirtschaft; dahin, wo man hoffen kann, noch etwas mehr als das nackte Überleben zu finden.

Unter diesen Bedingungen heißt Abschiebung und Abschottung Massenmord, ob auf dem Mittelmeer, der Ägäis oder in den Lagern Griechenlands und in der libyschen Wüste, ob vor Zäunen und Mauern oder auf den verschneiten Straßen des Balkans, ob auf einer Müllkippe im Kosovo oder in den Slums von Lagos.

Wir stehen – wie andere Gruppen und Projekte in dieser Stadt – in der Tradition einer Bewegung, die Freiheit und ein gutes Leben für alle einforderte und die wusste, dass man das nicht geschenkt bekommt, sondern selbst erledigen muss. Deswegen stehen wir auf gegen Abschiebehaft und Lager, gegen DublinIV und European Homecare, gegen Frontex und Ausländerbehörde. Und deswegen wissen wir, dass es damit noch lange nicht getan ist.

Kommt zum „die freaks formerly known as squatters“-Block auf der"Für das Recht, zu kommen, zu gehen und zu bleiben"-Demo am 18.3in Potsdam, 15.00 Nauener Tor.

Eine andere Welt ist nötig!

Aufruf EAP:


Am kommenden Samstag, dem 18. März, wird es in Potsdam eine antirassistische Demonstration unter dem Motto „Für das Recht zu kommen, zu gehen und zu bleiben“ geben. Die Demonstration startet um 15 Uhr am Nauner Tor und richtet sich gegen die sich aktuell verschärfende Abschiebepraxis, in deren Rahmen zum Beispiel Afghanistan als sogenanntes „sicheres Herkunftsland“ eingestuft wird und damit Abschiebungen dorthin, trotz der realen Lebensgefahr und dem Terror denen die Menschen dort tagtäglich ausgesetzt sind, ermöglicht werden.

In linken Kreisen ist der 18. März traditionell als der Tag der Politischen Gefangenen bekannt. 1923 hat die Rote Hilfe diesen Tag ausgerufen um an die inhaftierten Genoss_innen zu erinnern und somit auch daran, dass die Schaffung einer besseren Welt nicht immer nur Zuckerschlecken ist. Uns schlägt damals wie heute staatliche Repression entgegen, die nicht zuletzt dem möglichst reibungslosen Ablauf der kapitalistischen Ausbeutung dient. Der 18. März als konkretes Datum soll an die Pariser Commune erinnern, diese war im Jahr 1871 der sehr kurze Versuch der kapitalistischen Ausbeutung, der Armut und dem Hunger der Menschen eine selbstgeschaffene, solidarische Alternative entgegenzusetzen. Die erste Waffe mit der diese Menschen kämpften war die Solidarität!

Auch heute ist Solidarität eine der Grundfesten unseres Wirkens als Antifaschist_innen und Antirassist_innen. Wir rufen deshalb dazu auf an der Potsdamer Demonstration am 18. März teilzunehmen. Uns reichen Hausbesuche bei der AfD schon lange nicht mehr aus. Es ist nicht die AfD welche die aktuelle Abschiebepraxis forciert und es ist nicht die AfD welche unsere Genoss_innen z.B. unter absurdesten Vorwürfen in Berlin inhaftiert und es ist nicht die AfD, die Europas Grenzen zu einem Massengrab für abertausende Flüchtende macht, es sind Politiker_innen aller Bundes- und Landesparteien die sich zusammen genau dafür einsetzen.

Geht deshalb mit uns gegen die Gesamtscheiße auf die Straße und zeigt, dass Solidarität auch 2017 eine scharfe Waffe sein kann!

15 Uhr Demonstration am Nauner Tor „Für das Recht zu kommen, zu gehen und zu bleiben“
16 Uhr Kundgebung vor dem Landtag
20 Uhr Infoveranstaltung im Spartacus „Repression ist keine Privatsache“ zu Knast und Soliarbeit
22 Uhr Solibeats im Spartacus mit feminist takeover – Don`t let the repression get us down!

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